Das Prüfungsrecht und damit auch die Grundlagen zur Durchführung einer Prüfungsanfechtung gehören nicht zum Lehrstoff des Juristen. Die nachfolgenden Ausführungen sollen Ihnen den Ablauf einer Prüfungsanfechtung zeigen, damit Sie entscheiden können, ob  Sie eine Überprüfung Ihrer Prüfungsleistung vornehmen wollen.

Einführung

Nachdem Sie den Prüfungsbescheid oder das Prüfungsergebnis erhalten haben und Sie evtl. mit dem Ergebnis nicht zufrieden sind, kann die Überprüfung der Bewertung in Betracht gezogen werden. Hierbei ist zu beachten, dass ein Widerspruchsverfahren in den verschiedenen Bundesländern in der Regel den gleichen Ablauf hat. Eine Ausnahme bildet Bayern. Hier besteht kein vorgeschaltetes Widerspruchsverfahren. Vielmehr ist ein Nachprüfungsverfahren nach § 14 JAPO einzuleiten. Dieses Verfahren hemmt allerdings nicht die Klagefrist. Soll die Möglichkeit einer klageweisen Überprüfung gewahrt bleiben, muss parallel eine fristwahrende und ruhend zu stellende Klage erhoben werden.

Kurzbeschreibung: Im Normalfall legen wir für Sie das Rechtsmittel ein, beantragen Akteneinsicht, erstellen eine schriftliche Begutachtung Ihrer Klausuren und entscheiden dann mit Ihnen, ob eine Anfechtung Sinn macht. Nach dem Einreichen einer etwaigen Widerspruchsbegründung müssen Sie sich dann für ca. 2-3 Monate in Geduld üben.

Ablauf

Widerspruchsverfahren

Widerspruch einlegen und Akten anfordern
Innerhalb von einem Monat nach Bekanntgabe des Prüfungsergebnisses muss gegen den Bescheid Widerspruch eingelegt werden. Im Zuge dessen beantragen wir regelmäßig Akteneinsicht in die Prüfungsakte.

Begutachtung Ihrer Klausuren
Nach Eintreffen der Prüfungsunterlagen, erstellt Herr Ronnenberg anhand Ihrer Klausuren eine schriftliche Einschätzung zu den Erfolgsaussichten einer Prüfungsanfechtung.

Prüfungsanfechtung JA oder NEIN
Wenn Sie sich gegen eine Prüfungsanfechtung entscheiden, ist das Verfahren damit beendet. Der eingelegte Widerspruch wird zurückgenommen.
Wenn Sie sich für eine Prüfungsanfechtung entscheiden, wählen wir gemeinsam die Klausuren aus, die wir für die Prüfungsanfechtung begründen wollen.

Erstellen und Versenden der Widerspruchsbegründung
Für den Fall, dass eine erfolgreiche Prüfungsanfechtung aussichtsreich erscheint, erstellt Herr Rechtsanwalt Ronnenberg die Widerspruchsbegründung und sendet Ihnen diese als Entwurf zu. Wenn Sie mit der Begründung einverstanden sind, versenden wir diese an das jeweilige Prüfungsamt.

Weiterleitung an die Prüfer
Das Prüfungsamt leitet die Widerspruchsbegründung mitsamt der Klausuren an die jeweiligen Prüfer und bittet diese um entsprechende Stellungnahmen. In einigen Bundesländern werden unsubstantiierte Widerspruchsbegründungen nur teilweise weitergeleitet.

Entscheidung des Prüfungsamtes
Sind die Stellungnahmen der Prüfer beim Prüfungamt eingegangen, erstellt das Prüfungsamt entweder einen Aufhebungsbescheid und lässt Sie gleichzeitig zur mündlichen Prüfung zu oder übersendet einen negativen Widerspruchsbescheid, der dann wiederum klageweise angreifbar wäre. In einigen Bundesländern gibt es auch die Möglichkeit einen Vergleich abzuschließen oder auf die Stellungnahmen der Prüfer zu reagieren.

Nachprüfungsverfahren (Bayern)

Antrag auf Nachprüfung / Klage und Akten anfordern
Innerhalb von einem Monat nach Bekanntgabe des Prüfungsergebnisses muss ein Antrag auf Nachprüfung (§ 14 JAPO Bayern) gestellt werden. Bei Antragstellung fordern wir Ihre Prüfungsunterlagen an. WICHTIG! Um sich den Klageweg offen zu halten, muss ebenfalls innerhalb von einem Monat fristwahrend Klage erhoben werden.

Begutachtung Ihrer Klausuren
Nach Eintreffen der Prüfungsunterlagen, erstellt Herr Rechtsanwalt Ronnenberg eine schriftliche Einschätzung zu den Erfolgsaussichten einer Prüfungsanfechtung.

Prüfungsanfechtung JA oder NEIN
Wenn Sie sich gegen eine Prüfungsanfechtung entscheiden, ist das Verfahren damit beendet. Sie können dann den Antrag auf Nachprüfung zurücknehmen.
Wenn Sie sich für eine Prüfungsanfechtung entscheiden, wählen wir gemeinsam die Klausuren aus, die wir für die Prüfungsanfechtung begründen wollen.

Erstellen und Versenden der Nachprüfungsbegründung
Für den Fall, dass eine erfolgreiche Prüfungsanfechtung aussichtsreich erscheint, erstellt Herr Rechtsanwalt Ronnenberg die Nachprüfungsbegründung und sendet Ihnen diese als Entwurf zu. Wenn Sie mit der Begründung einverstanden sind, versenden wir diese an das Prüfungsamt. WICHTIG! In Bayern muss diese Begründung innerhalb von zwei Monaten nach Bekanntgabe des Prüfungsergebnisses erfolgen (Notfrist = keine Fristverlängerung).

Weiterleitung an die Prüfer
Das Prüfungsamt leitet die Begründung mitsamt der Klausuren an die jeweiligen Prüfer und bittet diese um entsprechende Stellungnahmen.

Entscheidung des Prüfungsamtes
Sind die Stellungnahmen der Prüfer beim Prüfungamt eingegangen, erstellt das Prüfungsamt entweder einen Aufhebungsbescheid und lässt Sie gleichzeitig zur mündlichen Prüfung zu oder übersendet einen negativen Nachprüfungsbescheid. Im Falle eines negativen Nachprüfungsbescheides kann die fristwahrend erhobene Klage wieder aufgerufen und weitergeführt werden.

MO-FR zwischen 9-19 Uhr
040 – 444 6538 14

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